Um reale EV-Betriebsbedingungen während der Prototypenvalidierung zu simulieren, muss die Belastung nicht nur Spitzendrehmoment und -geschwindigkeit, sondern auch reale Fahrzyklen, Temperaturgradienten, Vibrationen und Umwelteinflüsse widerspiegeln. Neway kombiniert simulationsgesteuerte Entwicklung mit Hardware-in-the-Loop-Tests für Komponenten, die in E-Mobilität und Automobil-Antriebssträngen verwendet werden, und stellt sicher, dass Prototypen bereits in den frühesten Entwicklungsstadien Lastzyklen erfahren, die denen des tatsächlichen Fahrzeugeinsatzes ähneln.
Der erste Schritt besteht darin, Fahrzyklen in Komponentenlasten zu übersetzen. Typische städtische, Autobahn- und gemischte EV-Fahrzyklen werden in Drehmoment-Drehzahl-Profile, Rekuperationsbremsereignisse und Start-Stopp-Sequenzen umgewandelt. Diese Eingaben definieren die Testmatrix für Getriebesätze, Motorwellen, Differentialgehäuse und Wechselrichtergehäuse.
Neway verwendet frühe Prototypen, die über CNC-Bearbeitungs-Prototyping und 3D-Druck-Prototyping hergestellt werden, um schnell zu bewerten, wie Designänderungen die Festigkeit, das NVH-Verhalten und die Effizienz unter diesen abgebildeten Lastzyklen beeinflussen.
Damit Testergebnisse aussagekräftig sind, müssen Prototypen in Bezug auf Materialien und Fertigungswege so nah wie möglich an der Serienabsicht liegen. Strukturgehäuse und Motorträger werden durch Verfahren wie Aluminium-Druckguss oder Präzisionsguss hergestellt, unter Verwendung von Legierungen wie A380 oder Gussaluminium, um realistische Steifigkeit und thermisches Verhalten zu erfassen.
Hochbelastete kleine Komponenten – Verzahnungsnaben, Sperrklinken und Aktuatorbauteile – können über Metallpulverspritzguss in Güteklassen wie MIM-4140 oder MIM 17-4 PH hergestellt werden, um sicherzustellen, dass die Ermüdungsleistung im Test repräsentativ für die endgültige Serienlösung ist.
EV-Antriebsstränge arbeiten unter eng gekoppelten mechanischen und thermischen Bedingungen. Prüfstände sind so programmiert, dass sie transiente Drehmoment- und Drehzahlprofile anwenden, während die Einheit bei realistischen Kühlmitteltemperaturen und Durchflussraten läuft. Gussaluminium-Wechselrichtergehäuse und E-Achsenabdeckungen, die über Prototyping-Wege hergestellt werden, werden auf Hotspot-Bildung und thermisches Ausdehnungsverhalten bewertet.
Um langfristiger thermischer Belastung zu entsprechen, werden Materialien vor dem Test durch Wärmebehandlung konditioniert, um Zielfestigkeit und -härte zu erreichen. Wo Komponenten in der Nähe von Abgaswegen oder Hochtemperaturelektronik sind, werden thermische Beschichtungen oder Wärmedämmschichtsysteme bewertet, um Isolierung und Ermüdungsbeständigkeit unter wiederholten thermischen Zyklen sicherzustellen.
Reale EV-Bedingungen umfassen Vibration, Stoß, Korrosion und Kontamination. Straßenlastdaten werden in Mehr-Achsen-Vibrations- und Stoßprofile übersetzt, die auf komplette Baugruppen angewendet werden, einschließlich Gehäuse, Halterungen und elektrischer Steckverbinder. Komponenten für Unterboden- und Chassis-Integration werden oft unter Verwendung von Blechfertigung in Kombination mit gegossenen oder geformten Schnittstellen gebaut, um reale Montagesteifigkeit nachzubilden.
Oberflächenschutz ist entscheidend für eine genaue Lebensdauerbewertung. Beschichtungen wie Pulverbeschichtung, Eloxieren oder Verzinken werden vor Salzsprüh- und Feuchtigkeitstests aufgetragen, damit das Korrosionsverhalten des Prototyps das Endprodukt wirklich widerspiegelt.
Während der Validierung werden gemessene Dehnungs-, Temperatur- und Vibrationsdaten in digitale Modelle zurückgespeist, um Lastannahmen und Sicherheitsfaktoren zu verfeinern. Wenn Abweichungen beobachtet werden, werden Designiterationen implementiert und schnell mit Rapid-Molding-Prototyping oder aktualisierten CNC-Prototypen neu getestet. Dieser geschlossene Kreislaufansatz stellt sicher, dass der Antriebsstrang, wenn er in die Produktion geht, bereits EV-relevante Bedingungen sowohl in virtuellen als auch physischen Umgebungen durchlaufen hat.